 In seiner Karriere, die mehr als zwei Jahrzehnte andauerte, verdiente sich John Denver weltweite Anerkennung als ein Songwriter, Musiker und Schauspieler, der engagiert für die Belange seiner Mitmenschen eintrat. Die Karriere von Henry John Deutschendorff Jr, Sohn eines Offiziers der U.S. Air Force, begann in den 60er Jahren. Damals trat der junge, aufstrebende Folkmusiker in den Clubs von Los Angeles auf. Seinen Künstlernamen wählte John nach der Hauptstadt Colorados. Dieser Bundesstaat sollte später auch zu seiner Heimat werden. Denver feierte seine ersten Erfolge als Leadsänger des beliebten Chad Mitchell Trios. Er war aus 250 Bewerbern für diesen Part ausgewählt worden und blieb zwei Jahre bei der Band. Als Peter, Paul and Mary den von ihm komponierten Song "Leaving on a Jet Plane" aufnahmen und damit an die Spitze der Charts stürmten, machte John zum ersten Mal auch als Songwriter auf sich aufmerksam.
Knappe zwei Jahre später eroberte Denver selbst die Pop Charts. "Take Me Home, Country Roads”, "Rocky Mountain High”, "Sunshine On My Shoulders”, "Annies Song”, "Back Home Again”, "Thank God I’m A Country Boy”, "Calypso” und andere Hits festigten seine Stellung als einer der Topstars des Jahrzehnts. Die Zahlen seiner Plattenverkäufe seit den 70er Jahren, die kaum ein anderer Künstler erreichte, beweisen die enorme Popularität von John Denver. Allein in den USA wurden ihm 14 goldene Schallplatten und acht Platinalben verliehen. Auch außerhalb der USA, in Ländern wie Australien, Deutschland und UK erreichten seine Alben Platinstatus. Die LP John Denvers Greatest Hits, von der weltweit mehr als zehn Millionen über den Ladentisch gingen, zählt bis heute zu den meistverkauften Alben in der Geschichte von RCA Records. Somit zählt John Denver zu den erfolgreichsten Künstlern in der Geschichte der Plattenindustrie.
Denvers Konzerttouren durch die USA und Kanada, Europa, Australien und Neuseeland und den fernen Osten erreichten ein Millionenpublikum. Bei  seinen Reisen überschritt er nicht nur Landesgrenzen, es gelang ihm auch, ideologische Barrieren zu überwinden. 1984 wurde er von der Gewerkschaft der Komponisten der Sowjetunion zu einem Auftritt in ihre Heimat eingeladen. Das Konzert war so erfolgreich, dass im darauffolgendem Jahr eine Tour durch die UDSSR veranstaltet wurde. Dies waren die ersten Auftritte eines amerikanischen Künstlers seit die kulturellen Beziehungen zwischen den USA und der UDSSR abgebrochen worden waren. 1987 kehrte er in die UDSSR zurück, um für die Opfer von Tschernobyl ein Benefizkonzert zu geben. 1992 ging Denver auf eine Konzerttour, die ihn als ersten westlichen Künstler durch die wichtigsten Städte Chinas führte. Er war begeistert und sehr erstaunt, als er herausfand, wie viele Menschen seine Songs kannten und liebten. "Take me Home, Country Roads“, so erzählte man ihm "ist der berühmteste Song, der je im Westen geschrieben wurde“. Wegen seiner Beliebtheit in China und Südostasien kehrte John Denver so oft in diese Länder zurück, wie sein Terminplan es ihm ermöglichte.
Bei John Denvers Konzerten zeigte sich die ganze Bandbreite seines Könnens, egal, ob er allein auf der Bühne stand, von Chor und Streichquartett begleitet wurde oder als Gastmusiker bei einem der großen amerikanischen Orchester wie den Boston Pops auftrat.
"Meine Musik gründet in der Überzeugung, dass die Menschen auf aller Welt gleich sind. Wenn ich einen Song schreibe, möchte ich die persönliche Erfahrung, die mich dazu inspiriert hat, so zum Ausdruck bringen, dass jedermann sie verstehen kann. Ich bin ein Bürger dieser Welt und ich werde immer nach diesem Grundsatz handeln. Ich strebe in jedem Aspekt meines Lebens, ob es sich nun um meine Musik, meine Texte, meine Auftritte, mein Berufs- oder Privatleben handelt, nach einer Welt, die im Gleichgewicht ist, einer Welt, in der alle Menschen glücklich leben können“. Aus dieser Überzeugung heraus wurde John Denver 1976 zu einem Mitbegründer der Windstar-Foundation, eines gemeinnützigen Forschungs- und Bildungszentrums, das im Bereich Umweltschutz tätig ist und sich zum Ziel gesetzt hat, die Zukunft der Welt zu sichern. Denver war mehr als ein erstklassiger Musiker, in seiner Musik spiegelt sich das Bewusstsein eines engagierten Mannes wider, der sich dafür einsetzte, die soziale und politische Situation aller Menschen auf der Welt zu verbessern und ihre Umwelt zu schützen. Auf offizielle Einladung hin wurde er Mitglied im amerikanischen Präsidentschaftskommittee für Welthungerhilfe . Er war einer der fünf Gründer des Hunger Project und Mitglied einer Delegation, die die von Dürre und Hunger heimgesuchten Staaten Afrikas besuchte, um sich um Lösungsmöglichkeiten für dieses Problem zu bemühen. Auf dieser Exkursion repräsentierte er neben dem Präsidentschaftskommittee auch die UNICEF. Denver war Träger des "World Without Hunger“-Award, der vom amerikanischen Präsidenten verliehen wird. Er unterstützte Organisationen wie die National Wildlife Federation, Save The Children, die Cousteau Society, Friends Of Earth und die Human/Dolphin Foundation. Sein jüngstes Projekt hieß "Plant-It 2000“ (aktuell „Plant-It 2020“). Dieses Projekt zur Wiederaufforstung sollte Menschen auf der ganzen Welt dazu bewegen, bis ins Jahr 2000 so viele Bäume zu pflanzen wie möglich. Sie sollten sich der Notwendigkeit bewusst werden, die mutwillige Zerstörung der Welt wieder gut zu machen. Menschen aller Schichten, sowie Stiftungen, Firmen und öffentliche Einrichtungen griffen diese Idee auf und bereits im Gründungsjahr von Plant-It 2000 wurden mehr als 100.000 Bäume gepflanzt. Auf Denvers 25. Album “One World” findet sich die Single "Let Us Begin” (What Are We Making Weapons For). Eine Version des Songs nahm John Denver in Moskau im Duett mit dem berühmten russischen Sänger Alexandre Gradsky auf. Noch nie zuvor hatte ein sowjetischer Sänger die Erlaubnis erhalten, einen großen amerikanischen Sänger ins Tonstudio zu begleiten. Das eindrucksvolle Video zu "Let Us Begin“ bewegte die Zuschauer auf der ganzen Welt. Zu Denvers zahlreichen Auszeichnungen zählen Titel wie "Künstler des Jahres in den USA“; und "beliebtester Musiker“.. Er erhielt den Peoples Choice Award, den Titel Singin Star of the Year der AGVA und den Yamaha Music Award. Außerdem würdigte man in vielen Staaten der Welt sein Engagement bei der Bekämpfung des weltweiten Hungerproblems. 1993 wurde John Denver für "ein Leben, das der Musik und der Menschheit gewidmet war“ der renommierte Albert Schweizer Music Award verliehen.
Denver war der erste nicht aus dem klassischen Bereich stammende Musiker, dem diese Ehre zu Teil wurde. Seine letzte große Auszeichnung erhielt er 1996, als er in die Hall of Fame der National Academy of Popular Music Songwriters aufgenommen wurde. Denvers Leinwanddebüt in "Oh, God“ (mit George Burns) war ein voller Erfolg, genau wie seine Fernsehauftritte mit bekannten Stars wie Itzhak Perlman, Beverly Sills, Placido Domingo, Julie Andrews und natürlich Kermit, seinem geliebten Frosch. John Denvers Weihnachtssendung "John Denver and the Muppets: A Christmas Together“ gilt heute als Klassiker. In "Walking Thunder“ tritt er so auf, wie wir in am besten kennen - als der Junge vom Land in Latzhosen, über ihm die Weite des Himmels. Denver hatte zwei große Leidenschaften: Die Fliegerei und die Raumfahrt. Er besaß nicht nur einen Flugschein und einen eigenen Learjet, sondern war auch Kunstflieger. Er flog Hängegleiter, sogar F15-Kampfflugzeuge und steuerte den Flugsimulator für das Space Shuttle. Die NASA verlieh ihm für den Dienst an der Allgemeinheit einen Orden. In der Begründung hieß es: "John Denver hat sich darum verdient gemacht, der Öffentlichkeit die Leistungen auf dem Gebiet der weltweiten Raumfahrt nahe zu bringen.“ Denver war auf diesen Orden sehr stolz und wünschte sich nichts sehnlicher, als einmal das Shuttle zu steuern. John Denver war auch ein begabter Photograph. Seine Photos von Menschen und Orten dieser Erde wurden auf Ausstellungen gezeigt, oft in Verbindung mit Vorträgen, die er auf Colleges, Universitäten, in staatlichen Einrichtungen und Betrieben hielt. Ebenso war er ein begeisterter Bergsteiger und Bergwanderer. Er angelte genau so gern, wie er Gitarre spielte, und hatte viele Fernsehauftritte in Sonderprogrammen für Hobbyangler. Als leidenschaftlicher Golfspieler trat er jedes Jahr bei Turnieren wie dem Bob Hope Celebrity Classic oder dem AT&T Pebble Beach Pro Am an. John Denver hat in seinem Leben fast alles erreicht. Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Künstler der Welt, ein Meister der Verständigung, der sein Publikum über geographische, politische, wirtschaftliche und sprachliche Grenzen hinweg erreichen konnte. Er setzte sich auf internationaler Ebene für den Frieden ein und kämpfte gegen Hunger und Elend in aller Welt. "Musik bringt die Menschen zusammen, sie erlaubt es uns, dieselben Gefühle gemeinsam zu erleben. Im Herzen und im Geist sind die Menschen aller Länder gleich. Egal, welche Sprache wir sprechen, welche Hautfarbe wir haben, in welchen politischen Verhältnissen wir leben, egal wie wir unsere Liebe oder unseren Glauben ausdrücken, die Musik beweist es uns : „Wir sind alle gleich“.
John Denver starb am 12.10.1997 bei einem Flugzeugabsturz vor der Küste Kaliforniens.
Quelle: SonyBMG
Photos: © Lowell Norman
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